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Krankheitsbilder
Frozen Shoulder
Eine Übersicht aus dem American Journal of Medicine
31.03.2026 • 22 Kommentare
Zu Beginn ist vor allem die Außenrotation schmerzhaft eingeschränkt Lizenz: CC-BY •
Meist existiert kein klarer Auslöser, wenn die Schulter anfängt wehzutun – erst dumpf, dann bei Bewegung stechend. Vor allem nachts wird es richtig schlimm, denn der Schmerz nimmt noch einmal zu, an Schlaf ist nicht zu denken. Wenn dann auch noch im rasanten Tempo die Beweglichkeit abnimmt, klingeln die Alarmglocken jedes Physiotherapeuten.

Das Krankheitsbild der Frozen Shoulder treibt Betroffene wie TherapeutInnen gleichermaßen in die Verzweiflung, denn sie ist langwierig und sowohl körperlich als auch mental sehr belastend. Eine Übersicht über die Erkrankung, Befund- und Behandlungsmöglichkeiten wurde nun im American Journal of Medicine veröffentlicht. Wir fassen das Wichtigste zusammen.

Pathologie
Bei der Frozen Shoulder kommt es zu einer Entzündung der Gelenkkapsel des Schultergelenks, gefolgt von ihrer Verdickung, Vernarbung (Fibrose) und Schrumpfung. Dadurch verliert das Gelenk an Elastizität und Volumen, was die typische globale Bewegungseinschränkung erklärt. Zu Beginn ist vor allem die Außenrotation stark betroffen, dann nehmen Abduktions- und Flexionsfähigkeit stetig ab.

Die meisten Krankheitsfälle entstehen ohne klar erkennbare Ursache. Sekundär wird über Entstehungen einer Schultersteife nach Traumata, Operationen oder längeren Ruhigstellungen berichtet.

Obwohl über die Entstehungsmechanismen der Erkrankung nicht viel bekannt ist, scheint es Menschen zu geben, die besonders anfällig für eine Schultersteife sind. Dazu gehören:

  • • Frauen: Das Verhältnis Frauen zu Männern beträgt ungefähr 60 zu 40.
    • Diabetiker: Während die Wahrscheinlichkeit an einer Frozen Shoulder zu erkranken in der Allgemeinbevölkerung bei zwei bis fünf Prozent liegt, beträgt sie bei Diabetikern zwischen 10 und 30 Prozent.
    • Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen: Wer unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, besitzt ein 1,5- bis 2-fach erhöhtes Risiko an einer Schultersteife zu erkranken.

Verlauf
Das Krankheitsbild wird in drei Phasen eingeteilt:

  • • Freezing (schmerzhafte Phase, zwei bis neun Monate): Zunehmende Schmerzen, vor allem bei Bewegung und nachts, mit beginnender Steife.
    • Frozen (steife Phase, vier bis zwölf Monate): Die Schmerzen nehmen etwas ab, dafür steht die ausgeprägte Bewegungseinschränkung im Vordergrund.
    • Thawing (Auftauphase, fünf bis 24 Monate): Langsame Besserung der Beweglichkeit und weitere Abnahme der Schmerzen.

Diagnostik
Der Verdacht ergibt sich in erster Linie durch die Anamnese in Kombination mit einer aktiven und passiven Bewegungsüberprüfung. Die Kraft ist in der Regel nicht limitiert, dennoch kann die betroffene Schulter bei der Testung durch die bestehenden Schmerzen abgeschwächt wirken. Bildgebende Verfahren sind laut dem American Journal of Medicine nicht erforderlich, um die Diagnose zu stellen, werden jedoch zur Ausschlussdiagnostik empfohlen: So könnten Röntgenaufnahmen dazu dienen, arthrotische Veränderungen, Frakturen oder andere strukturelle Ursachen auszuschließen. Eine weiterführende Bildgebung wie MRT oder Ultraschall ist nur bei atypischen Verläufen, diagnostischer Unsicherheit oder ausbleibenden Therapieerfolgen sinnvoll.

Im MRT können zwar Befunde wie Verdickung der Gelenkkapsel und des Ligamentum coracohumerale, eine Obliteration („Verstopfung“) des axillären Rezessus oder entzündliche Veränderungen der Rotatorenmanschette gesehen werden. Dies muss aber nicht immer der Fall sein, daher gilt die Frozen Shoulder weiterhin als primär klinische Diagnose. Da Bildbefunde nicht zuverlässig mit Schmerzstärke oder Funktionseinschränkung korrelieren, darf eine Abwesenheit nicht zum Ausschluss der Diagnose führen.

Therapie
Im Vordergrund stehen zunächst Aufklärung und Erwartungsmanagement, da der Verlauf oft langwierig ist und eine spontane Besserung zwar möglich, aber nicht garantiert ist. Zur Schmerzlinderung werden NSAR eingesetzt, wobei ihre Wirkung als alleinige Therapie begrenzt ist. Kurzzeitige orale Kortikosteroide können helfen, werden aber wegen möglicher Nebenwirkungen – insbesondere bei Diabetes – zurückhaltend empfohlen.

Eine der wirksamsten frühen Interventionen ist die intraartikuläre Kortikosteroid-Injektion, vor allem in der schmerzhaften „Freezing“-Phase. Bei anderen Krankheitsbildern (oft zurecht) von PhysiotherapeutInnen mit Argwohn betrachtet, stellt sie die wichtigste Therapieoption dar. Sie führt nachweislich zu einer signifikanten kurzfristigen Verbesserung von Schmerz, Funktion und Beweglichkeit, insbesondere wenn sie mit Physiotherapie kombiniert wird.

Während der Therapie sollten in allen Phasen Mobilisations- und Dehnübungen, gelenkmobilisierende Techniken sowie ein Heimübungsprogramm im schmerzarmen Bereich durchgeführt werden. Forcierte, stark schmerzhafte Dehnungen (oder auch „Kapseltechniken“ in der Freezing-Phase) sollen vermieden werden.

Als weitere nicht-operative Option wird die Hydrodilatation (Kapseldistension) beschrieben, bei der das Gelenk unter Bildgebung mit Flüssigkeit (oft inklusive Kortison) aufgedehnt wird. Diese Methode zeigt in Studien gute Effekte auf Schmerz und Funktion und kann insbesondere kurzfristig wirksam sein. Ergänzend werden Stoßwellentherapie und andere physikalische Verfahren als mögliche Optionen genannt, mit teils positiver, aber schwacher Evidenz, vor allem bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes, bei denen Steroide problematisch sein können.

Operative Verfahren sollen laut Artikel nur in Ausnahmefällen erwogen werden. Sie kommen erst bei anhaltenden Beschwerden nach sechs bis zwölf Monaten konsequenter konservativer Behandlung in Betracht. Zu den operativen Möglichkeiten zählen die Narkosemobilisation und der arthroskopische Kapselrelease. Beide Verfahren zeigen vergleichbare funktionelle Ergebnisse, wobei die Mobilisation unter einer Sedierung kosteneffizienter ist und die Arthroskopie den Vorteil der direkten intraartikulären Beurteilung bietet.

Der Artikel weist ausdrücklich auf die FROST-Studie hin, die ähnliche Ergebnisse im Vergleich zwischen physiotherapeutischen und operativen Verfahren zeigte (wir berichteten).

Vergleich mit der deutschen Leitlinie
2022 wurde in Deutschland die S2e-Leitlinie „Schultersteife“ veröffentlicht, die eine Evidenzsynthese der gegenwärtigen Literatur darstellt und sich im Großen und Ganzen mit der Einschätzung der US-Amerikaner deckt. Aus deutscher Perspektive existieren dennoch ein paar kleine Abweichungen:

  • • Ein Röntgenbild soll in Deutschland zum Ausschluss knöcherner Ursachen durchgeführt werden.
    • Die Hydrodilatation wird verhaltener diskutiert und erhält nur einen Empfehlungsgrad „0“ (kann man machen, kann man aber auch lassen).
    • Die US-Amerikaner raten dazu, eine Kortisoninjektion bei Diabetikern abzuwägen, während die deutsche Leitlinie aufgrund fehlender Daten von einer Empfehlung absieht.
Auch in der deutschen Leitlinie wird eine Kombination von manueller Therapie, Mobilisationsübungen und Kräftigung empfohlen. Solange der Krankheitsverlauf also auch dauern mag, der regelmäßige Besuch beim Physiotherapeuten ist sinnvoll – das sagen sowohl deutsche als auch amerikanische ExpertInnen.

Daniel Bombien / physio.de

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Frozen ShoulderSchulterTherapieManuelle TherapieMobilisationCortisonOPStoßwelleLeitlinie


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mbone
Vor einer Woche
Und nun mal die ernsthafte Variante

Als Physiotherapeut bin ich nicht prinzipiell befähigt jede Erkrankung die orthopädische Symptome hat erfolgreich , im Sinne von heilend, zu therapieren.

Mir ist nicht wirklich klar warum sich so viele diesen Schuh anziehen…

Aber man kann begleiten.
Und da hat jeder einen unterschiedlich bestückten Baukasten an Fertigkeiten mit denen man mal mehr mal weniger hilfreich beistehen kann.

Solange zu dieser Erkrankung so viel unklar ist sollte man sich nicht anmaßen Lösungen anbieten zu wollen - gleichwohl hat ein Patient ein Anrecht auf eine offene und ehrliche Kommunikation .

Und dazu gehört das Vermitteln von gesicherten Fakten als auch das Bekenntnis zum Nichtwissen..
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• JürgenK
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Und nun mal die ernsthafte Variante Als Physiotherapeut bin ich nicht prinzipiell befähigt jede Erkrankung die orthopädische Symptome hat erfolgreich , im Sinne von heilend, zu therapieren. Mir ist nicht wirklich klar warum sich so viele diesen Schuh anziehen… Aber man kann begleiten. Und da hat jeder einen unterschiedlich bestückten Baukasten an Fertigkeiten mit denen man mal mehr mal weniger hilfreich beistehen kann. Solange zu dieser Erkrankung so viel unklar ist sollte man sich nicht anmaßen Lösungen anbieten zu wollen - gleichwohl hat ein Patient ein Anrecht auf eine offene und ehrliche Kommunikation . Und dazu gehört das Vermitteln von gesicherten Fakten als auch das Bekenntnis zum Nichtwissen..
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mbone schrieb:

Und nun mal die ernsthafte Variante

Als Physiotherapeut bin ich nicht prinzipiell befähigt jede Erkrankung die orthopädische Symptome hat erfolgreich , im Sinne von heilend, zu therapieren.

Mir ist nicht wirklich klar warum sich so viele diesen Schuh anziehen…

Aber man kann begleiten.
Und da hat jeder einen unterschiedlich bestückten Baukasten an Fertigkeiten mit denen man mal mehr mal weniger hilfreich beistehen kann.

Solange zu dieser Erkrankung so viel unklar ist sollte man sich nicht anmaßen Lösungen anbieten zu wollen - gleichwohl hat ein Patient ein Anrecht auf eine offene und ehrliche Kommunikation .

Und dazu gehört das Vermitteln von gesicherten Fakten als auch das Bekenntnis zum Nichtwissen..

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