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ePA
Ein Jahr elektronische Patientenakte
Viel Technik, wenig Nutzung – Ärzte und Verbraucherschützer fordern Tempo bei der Weiterentwicklung.
11.03.2026 • 2 Kommentare

Die ePA soll zum digitalen Zentrum werden
Die elektronische Patientenakte (ePA) gilt als Schlüsselprojekt der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Seit Anfang 2025 haben rund 70 Millionen gesetzlich Versicherte automatisch eine solche Akte erhalten – sofern sie nicht widersprochen haben. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken möchte die ePA künftig zum zentralen Werkzeug eines digitalen Primärversorgungssystems machen.

Geplant sind unter anderem digitale Ersteinschätzungen, Terminvermittlung und elektronische Überweisungen über die Akte. Ein Jahr nach dem Start fällt die Zwischenbilanz jedoch deutlich nüchterner aus.

Nutzung bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück
HausärztInnen und Patientenschützer sehen großen Nachholbedarf. Der Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverband, Markus Beier, spricht von einem komplizierten Registrierungsprozess, der viele Versicherte abschrecke.

„Die allerwenigsten PatientInnen haben sich ihre ePA überhaupt einmal angeschaut“, sagte Beier. Viele wüssten nicht einmal, dass sie bereits eine elektronische Akte besitzen.

Auch inhaltlich überzeugt die Anwendung bisher nur bedingt. In vielen Praxen gilt die ePA derzeit vor allem als unsortierte Sammlung von PDF-Dokumenten. Ohne Suchfunktionen oder strukturierte Daten ist der praktische Nutzen im Behandlungsalltag begrenzt.

Große Bekanntheit, geringe Nutzung
Zahlen des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) bestätigen dieses Bild. In einer aktuellen Befragung kennen zwar 94 Prozent der Bürgerinnen und Bürger die elektronische Patientenakte. Aktiv nutzen würden sie jedoch nur wenige. Rund 71 Prozent der Versicherten greifen bislang nicht auf ihre Akte zu. Als Gründe nennen viele Befragte fehlende Funktionen, komplizierte Freischaltungen und unzureichende Informationen.

Verbraucherschützerin Ramona Pop spricht deshalb von einem durchwachsenen Start: „So wie sie bislang gestartet ist, bleibt die ePA deutlich hinter den Erwartungen zurück.“ Gleichzeitig zeigt die Umfrage aber auch Potenzial. 62 Prozent der Befragten können sich vorstellen, eine digitale Ersteinschätzung über die ePA zu nutzen, wenn sich dadurch Wartezeiten auf Arzttermine verkürzen würden.

Technikprobleme bremsen den Alltag
Auch in den Praxen selbst läuft die Technik nicht reibungslos. In einer Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung berichten viele Praxen von technischen Störungen und langsamen Zugriffszeiten. Rund 60 Prozent der Ärztinnen und Ärzte konnten zeitweise nicht auf Patientenakten zugreifen. Mehr als ein Drittel meldete Probleme beim Einstellen von Dokumenten. In einigen Fällen kam es sogar zu Abstürzen der Praxissoftware. Die Folge waren zusätzlicher Zeitaufwand und Frust im Praxisalltag.

Kritik an der App-Vielfalt der Krankenkassen
Ein weiteres Problem sehen Verbraucherschützer in der Vielzahl unterschiedlicher ePA-Apps. Jede gesetzliche Krankenkasse bietet derzeit ihre eigene Anwendung an. Nach Ansicht des vzbv führt diese Struktur zu unnötiger Komplexität. Eine gemeinsame oder zumindest stärker standardisierte Lösung könnte die Nutzung für Versicherte deutlich vereinfachen.

Die Infrastruktur steht, der Nutzen muss folgen
Trotz der Kritik bleibt die elektronische Patientenakte ein zentrales Projekt der Gesundheitspolitik. Die Infrastruktur ist aufgebaut und Millionen Akten existieren bereits. Entscheidend wird nun die nächste Entwicklungsstufe sein. Mehr Funktionen, stabile Technik und echte Mehrwerte im Alltag sollen die Nutzung erhöhen.

… und was ist mit der ePA in der Physiotherapie?
PhysiotherapeutInnen sollen künftig deutlich stärker in die Nutzung der ePA eingebunden werden. In der Regel erhalten sie Leserechte für zentrale medizinische Informationen wie Diagnosen, Befunde, Notfalldaten, eArztbriefe, die elektronische Medikationsliste oder den Medikationsplan. Auch die ePatientenkurzakte, Daten aus Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) sowie von Versicherten selbst bereitgestellte Gesundheitsdaten können eingesehen werden.

Für die physiotherapeutische Behandlung sind vor allem Diagnosen, Befundberichte und Medikationsinformationen relevant, da sich damit die Therapieplanung, Kontraindikationen oder Risiken besser einschätzen lassen. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass Heilmittelerbringer auch eigene Informationen in die ePA einstellen können, beispielsweise physiotherapeutische Befunde, Therapieberichte oder Dokumentationen zum Behandlungsverlauf. Künftig sollen auch eVerordnungen zugänglich sein, sodass Physiotherapiepraxen Verordnungen digital erhalten können.

Damit entwickelt sich die ePA perspektivisch von einer reinen Dokumentenablage zu einer gemeinsamen Informationsplattform, in die auch PhysiotherapeutInnen aktiv zur Dokumentation der Versorgung beitragen.

O.G. / physio.de

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ePADigitalisierung


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Rud
Vor einem Monat
Super, total sinnvoll
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Rud schrieb:

Super, total sinnvoll

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Stefan Arnold
Vor einem Monat
Wenn es denn mal funktioniert ist das tatsächlich sehr sinnvoll aber da wird es noch etwas dauern bis die Kinderkrankheiten raus sind.
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Wenn es denn mal funktioniert ist das tatsächlich sehr sinnvoll aber da wird es noch etwas dauern bis die Kinderkrankheiten raus sind.
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Stefan Arnold schrieb:

Wenn es denn mal funktioniert ist das tatsächlich sehr sinnvoll aber da wird es noch etwas dauern bis die Kinderkrankheiten raus sind.



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